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R2D2

Das R2D2-Programm möchte nicht eine hundertprozentige Nachahmung des typischen R2D2-Sounds aus Star Wars sein, sondern versteht sich als Grundlage für verschiedenste Computergeräusche, wie man sie insbesondere aus dem SiFi-Bereich kennt. Der originale R2D2-Klang beruhte im Gegensatz zum hier rein synthetischen Modell auf einem Mix aus synthetischen und aufgenommenen Klängen, darunter Klänge von Wasserrohren und Pfeiftönen.

Die Klangerzeugung wird mithilfe von FM-Synthese generiert (genaugenommen in diesem Fall PM-Synthese, da die Phase, nicht die Frequenz, moduliert wird). Dabei werden die Modulations- und Indexwerte absichtsvoll außerhalb des gewohnten Bereichs erzeugt, um Aliasing-Effekte zu produzieren, die in diesem Fall ausdrücklich erwünscht sind. Am Ende der Signalkette sind lediglich einige Filter eingefügt, um die extremen Höhen und Tiefen zu begrenzen.

Das Programm verhält sich völlig autonom und willkürlich, sodass durchaus längere Pausen entstehen können. Als verstellbarer Parameter ist nur ein sogenannter "talk-speed" vorgesehen (im Pure Data Patch links oben), der die Redegeschwindigkeit eines R2D2s simulieren soll. Für das SuperCollider Programm können die Werte statt eines bewegbaren Sliders durch Textangabe verändert werden.

/*
\period controls the talk-speed. range: 0-1.
0 matches to fast, 1 to slow:
*/
w.set(\period, 0);
w.set(\period, 0.5);
w.set(\period, 1);

Der vollständige von mir übersetzte SuperCollider-Code kann hier auf der Wikibook-Seite eingesehen werden.

Die hier folgenden drei Klangeispiele stammen aus dem SuperCollider-Programm und wurden mit unterschiedlichen "talk-speeds" aufgenommen:

w.set(period, 0); //schnell

w.set(\period, 0.5); //mittel

w.set(\period, 1); //langsam

Zum Vergleich findet man auf der offiziellen Seite zu diesem Beispiel neben dem herunterladbaren Pure Data Patch ebenso ein Hörbeispiel.

Letzte Aktualisierung: 2. März 2020
Autor: Matthias Schneiderbanger